Synchron - Chronik

 1927

6. Oktober 1927. Mit der Uraufführung des Warner-Bros.-Spielfilms THE JAZZSINGER/ DER JAZZSÄNGER verbindet man heute die Einführung des Tonfilms. Der Film selbst ist noch als Stummfilm mit Gesangssequenzen konzipiert. Der Hauptdarsteller Al Jolson improvisiert zwei kurze Dialogpassagen. Die ersten Spielfilme mit durchgehendem Dialog kommen 1928 in die US-Kinos.

 

1929 

Die ersten deutschen Ton(spiel)filme werden gedreht. ATLANTIC, am 28. Oktober aufgeführt, ist noch die deutsche Version einer britischen Produktion. DICH HAB ICH GELIEBT, am 30. November 1929 uraufgeführt, ist die erste deutsche Tonfilmproduktion mit durchgehendem Dialog.

 

1930

Der Tonfilm setzt sich endgültig durch. Das dadurch entstandene Problem der fremden Sprache wird zunächst durch das (kostspielige) Herstellen von verschiedenen Sprachversionen gelöst. Im Oktober 1929 werden in den USA erste Synchronfassungen hergestellt. United Artists bringt im Januar 1930 mit LUMMOX/ DER TOLPATSCH einen ersten US-Spielfilm in deutscher Synchronisation heraus. Allerdings wird die Ausführung der Synchronisation heftig kritisiert (Mühl- Benninghaus, 1999 ). Universal lässt ebenfalls einige Filme in deutscher Sprache synchronisieren. Im Oktober 1930 läuft CAPTAIN OF THE GUARD/ DER KAPITÄN DER GARDE in den deutschen Kinos an. Am bekanntesten ist ALL QUIET ON THE WESTERN FRONT/ IM WESTEN NICHTS NEUES, der am 4. Dezember 1930 Premiere hat und wenig später von der Zensur verboten wird. Die Filme werden u.a. im sogenannten „Rhythmographie- Verfahren" hergestellt; die Sprecher lesen ihre Texte von Laufbändern, auf denen die Dialoge geschrieben sind, ab. Diese ersten Synchronfassungen leiden vor allem an den technischen Unzulänglichkeiten. Geeignete Tonmisch- und Schnittverfahren stehen erst gegen Ende 1931 zur Verfügung.

 

 1930er Jahre

Mitte der 1930er Jahre haben US-Produktionsfirmen wie MGM, Deutsche Universal, Paramount oder Deutsche Fox-Film eigene Synchronabteilungen in Deutschland eingerichtet. Weitere bekannte Synchronfirmen sind zu dieser Zeit Tobis-Melo-Film (Berlin), Lüdtke, Dr. Rohnstein & Co. (Berlin) oder die Bavaria in München.

 

1940 

Die letzten US-Filme laufen in Deutschland an, darunter der Shirley-Temple-Film SUSANNAH OF THE MOUNTAINS / FRÄULEIN WINNETOU. Danach werden vor allem italienische, französische, spanische und ungarische Filme synchronisiert.

 

1945

Bereits im Sommer 1945 wird im russisch besetzten Teil von Berlin der erste Spielfilm nach dem zweiten Weltkrieg synchronisiert: IWAN, DER SCHRECKLICHE (TEIL 1). Dialogregie: Wolfgang Staudte, Sprecher sind u.a. Wilhelm Borchert, Lu Säuberlich und Ruth Hellberg.

 

 1946

Der erste in den Westzonen (München) synchronisierte Spielfilm läuft an: You Can't Take It with You / LEBENSKÜNSTLER. In der französisch besetzten Zone wird zunächst in einer ehemaligen Turbinenhalle im badischen Teningen synchronisiert, ab 1948 werden im rheinischen Remagen (Schloß Calmuth) moderne Synchronateliers eingerichtet. Ende 1946 entstehen auch in den Berliner Westsektoren die ersten Synchronfassungen.

 

1947 

Die US-Produktionsfirmen Universal, MGM, Paramount, Fox usw. gründen die MPEA (Motion Picture Export Association). Der MPEA- Verleih lässt die Filme unter eigenem Namen zunächst in München, ab 1948 auch im Westteil Berlins synchronisieren. Mit dem Jahresende 1949 wird die MPEA wieder aufgelöst, die US-Majors verleihen ihre Filme danach unter eigener Regie.

 

1950 

Mit der Berliner Synchron (BSG) und der Ultra- Film in München (ab 1952 auch in West-Berlin) entstehen zwei der bedeutendsten Synchronfirmen in Deutschland.

 

1950er Jahre

Mit der Einführung des Magnettons, der in den 1940er Jahren entwickelt wurde, gibt es einen weiteren Fortschritt bei der Nachbearbeitung der Tonfassungen. Die Möglichkeiten der Tonmischung wird verbessert, die Nachteile des rauschanfälligen Lichttons sind beseitigt.

 

1980er Jahre

Durch den Videomarkt und die neuen privaten Fernsehprogramme erlebt die Synchronbranche einen Aufschwung.

 

1990er Jahre

Die Digital-Technik hält auch im Synchron-Atelier Einzug. Das Tonaufnahmeverfahren wird damit weiter vereinfacht.  

 

Verfasser: Peter Hoffmann - Webmaster http://www.deutsche-synchronsprecher.de