"Die Silhouette" -

Synchronschauspielerin (in) Film und Serie 

 

Synchronatelier

Foto: Tino Kiessling

 

"Für die gute Synchronisation eines Films oder einer Serie bedarf es eines Schauspielers, der deckungsgleich mit der Arbeit des Kollegen vor der Kamera wird, denn über die Stimme und die Sprache werden sehr viele Emotionen transportiert. Behält man nur das Bild und dreht den Ton ab, beschneidet man den Schauspieler auf der Leinwand um 50 % seines Ausdrucks und seiner Übertragungsmöglichkeiten. Die Emotionen, die er mithilfe seiner Stimme produziert hat, muss der Synchronschauspieler nun wiederherstellen. Damit der Film, die Aussage, die Handlung, das Gefühlte, das Erlebte desjenigen, der gedreht hat, dem Zuschauer verständlich wird, ist es demnach unsere Aufgabe, diese Situationen nachzuerleben, nachzufühlen, nachzustellen, Emotionen also zu reproduzieren. Der Schauspieler, der am Vortag gedreht hat oder am Abend noch im Theater auf der Bühne stand, muss am darauffolgenden Tag im Synchronstudio auf alles verzichten, was er beim Dreh und auf der Bühne zur Verfügung hatte, Kollegen im gemeinsamen Dialog, Kostüme, Requisiten, Kulissen. Er hat keine angemessene Zeit sich mit dem Stoff auseinanderzusetzen, sich auf seine Rolle vorzubereiten. Er soll Gefühle reproduzieren, dabei wahrhaftig sein und das Ganze vor einem Mikrofon im Dunkeln, mit möglichst wenig Bewegung, keinem Kollegen, dem er in die Augen sieht, in dessen Armen er weinen oder mit dem er lachen kann. Und trotzdem soll es sich genau so anhören, als ob er all das tut, fühlt, durchlebt."

 

Nicolas Böll, (Synchron - ) Schauspieler


 

 

Synchronatelier mit abgeteiltem Bereich für die Vertonung von Außenszenen 

Foto: Tino Kiessling