Die Gewinner der Silhouette 2007

 

 

 

1. Synchronschauspieler  Film

ANDREAS FRÖHLICH für Andy Serkis als "Gollum" in "Herr der Ringe"

Foto: Helen Krüger, mit freundlicher Genehmigung von Andreas Fröhlich

"Andreas Fröhlich verstand es seit jeher schon, den Schauspielern, die er spricht, auf seine ganz eigene Art und Weise gerecht zu werden. Und einer der Glanzlichter war er in der „Herr der Ringe“-Trilogie in seiner Rolle als Gollum, dem er in der deutschen Fassung auf eine unnachahmliche Weise Leben einhauchte."

 

 

2. Synchronschauspielerin Film

MARIE BIERSTEDT für Kate Beckinsale in "Underworld: Evolution"

Foto: Elisabeth von Glasenapp

"Die Kombination Kate Beckinssale /Marie Bierstedt fand ich immer schon zauberhaft. Einen erneuten Beweis dafür, dass sie wunderbar passt, lieferte Marie Bierstedt für mich in "Underworld Evolution", in der sie eindrucksvoll bewies, dass sie durchaus auch für derartige "dunkle" Rollen geeignet ist und diese Aufgabe herrlich gemeistert hat."

 


3. Synchronschauspieler Serie

KLAUS DIETER KLEBSCH für Hugh Laurie als Dr. Gregory House in "Dr. House"

Foto: Elisabeth von Glasenapp

"Obwohl er meilenweit von Hugh Lauries Stimme entfernt ist, passt er sich dessen Diktion hervorragend an und gibt so der Rolle ebenso Zynismus und Ironie wie es der O-Ton vorgibt."

"Klebsch gelingt es hervorragend, dem zynischen Dr. House eine deutsche Stimme zu verpassen. Klebsch ist hierfür die Idealbesetzung und an Genialität nicht zu überbieten."

 

Elisabeth von Glasenapp hat den Fanpreis am 12.03.2007 an Klaus Dieter Klebsch überreicht.

Herr Klebsch hat sich sehr über die Auszeichnung gefreut. Er bedankt sich bei allen, die ihn gewählt haben. Es hat ihn besonders gefreut, dass er für eine Arbeit, die soviel Spass macht, ausgezeichnet wird und er verspricht weiterhin sein Bestes für die Rolle zu geben

 

4. Synchronschauspielerin Serie

REGINE ALBRECHT für Kelly Bishop als Emily Gilmore in "Gilmore Girls"

"Für die in "Gilmore Girls" so wunderbar bissige Kelly Bishop ist Regine Albrecht ein echter Glücksfall. Sie schafft es in jeder noch so kleinen Szene mit ihren großartigen Stimme zu überzeugen und sich Kelly Bishop optimal anzupassen."

 

5. Dialogbuch Film

MARIUS CLARÉN für "Brokeback Mountain"

"Das Poetische einer Literaturverfilmung auch in die deutsche Fassung herüberzuretten, ist für einen Synchronautor wohl die Meisterübung: hier ist es auf besonders überzeugende Weise geglückt."

 


6. Dialogbuch Serie

OLIVER FELD für "Queer as Folk“

Foto: Elisabeth von Glasenapp

"Locker, unbeschwert und einfach ehrlich! Ein großartiger Genuss."

"Haarscharfe Dialoge voller Wortwitz und Spielerei zeichnen die Serie QUEER AS FOLK im O-Ton aus. Dies auf die deutschen Hörgewohnheit anzupassen ist ein Drahtseilakt. Völlig ungeniert was z.B. sexuelle Anspielungen und Ausdrücke angeht schafft es Oliver Feld eines der wohl besten Seriendialogbücher der letzten Jahre zu schreiben. Unverfälschtheit, Wortgewandheit, Respekt dem O-Ton gegenüber, perfekt eingefangene moderne Umgangssprache und geniale Übertragung diverser Wortspiele ins Deutsche zeichnen es aus."

 

Kommentar von Oliver Feld:

"Ja, dann bin ich doppelt baff! Ich freue mich sehr und strahle bis über beide Ohren! Da macht die Arbeit doch gleich doppelt Spaß!"

Bei der Übergabe der beiden Silhouetten versprach Oliver Feld, das Preisgeld von 6 Euro der AIDS-Hilfe zu spenden. Er schwärmte von seiner Arbeit als Autor (seit einiger Zeit schreibt er sämtliche Folgen) und Regisseur sowie dem tollen Team, mit dem er diese Serie machen dürfe.

 


7. Dialogregie Film

FRANK SCHAFF für "Casino Royale"

Foto: Elisabeth von Glasenapp

"Er hat es geschafft, aus einem zusammengecasteten, nicht immer optimalen Konglomerat unterschiedlichster Synchronstimmen dennoch das Beste herauszukitzeln und hat so das frische, reinkarnierte Bond-Feeling auch im Deutschen erhalten."

Frank Schaff war begeistert, neben der Nominierung für den "Deutschen Preis für Synchron" als Autor des neuesten Bond-Films "Casino Royale" auch für seine Regiearbeit durch "Die Silhouette 2007" ausgezeichnet zu werden. Er kam gerade von Aufnahmen zu "Hot Fuzz", einer sehr erfolgreichen englischen Komödie, für die er auch als Autor verantwortlich zeichnet.
Eine kleine Anekdote am Rande: als das Gespräch auf den von Fans oft bemängelten Stimmenwechsel kam, erzählte er, dass er Kollegen oft sage, sie sollten sich nicht darüber ärgern, wenn sie mal nicht auf "ihren" Schauspieler besetzt würden. Bis er selbst dann nicht auf "seinen" Joseph Fiennes in "Luther" besetzt wurde ...


8. Dialogregie Serie

OLIVER FELD für "Queer as Folk“ 

                                                                                                                                    Foto: Elisabeth von Glasenapp

 "Mit feinem Gespür gelingt es dem Regisseur, seine Sprecher in einer ausgewogenen Mischung aus Natürlichkeit und leichter Überzogenheit agieren zu lassen, die den Realitätsanspruch der Serie angemessen zur Geltung bringt."

 "Eine Genre-übergreifende Serie über das Leben Homosexueller von einer beeindruckenden Qualität ins Deutsche zu bringen und dabei zu glänzen, ist Grund allein, diesen Titel zu bekommen. Endlich mal ein Regisseur dessen Spaß und Engagement man quasi durch den Fernseher spüren kann. Er treibt jeden Sprecher zu Höchstleistungen an und setzt auf wohl durchdachte Besetzungen, welche Gott sei Dank nicht irgendeinem längst abgekauten Synchron-Klischee erliegen. Für mich als heterosexuellen Mann solch eine Serie fast nur durch Synchronisation derart interessant zu machen, ist meiner Meinung nach beachtlich."

 Kommentar Oliver Feld:

"Jetzt seh ich aber blass aus...Das muss ich erstmal schlucken...Vielen Dank für diese gigantische Überraschung! Holla... sozusagen! Ich habe im letzten Jahr schon geschmökert welche/r der werten Kolleginnen / Kollegen nominiert bzw gewonnen haben. Aber da ich an QUEER AS FOLK  wie verrückt arbeite, habe ich in den letzten Monaten gar nicht mehr auf Ihre Page gesehen. Also, nochmals herzlichen Dank!"

 

9. Zeichentrick

"ICE AGE II - JETZT TAUTS" (Regie und Synchronbuch: Dr. Michael Nowka)

"Mit den bewährten Sprechern (davon nur ein Promi!) herausragend besetzt, ist es hier ausgezeichnet gelungen, den Sprachwitz und die Charakterkomik der Vorlage in die deutsche Fassung zu transportieren."


 

10. Neuentdeckung des Jahres

JULIA KAUFMANN

Foto: Elisabeth von Glasenapp

"Eine Stimmenvielfalt wie keine andere. Die Emotionen und die Stimmgewalt bieten Synchrongenuss in einer neuen Ebene."


11. Filmklassiker (vor 1986)

"DER FLUG DES PHOENIX"

"Gerade im Hinblick auf das Remake fiel auf, wieviel besser auch die Synchronisation dieses zeitlosen Klassikers gewesen ist - eine exzellente Besetzung und wortgewandte Dialoge.

 

12. Filmklassiker (nach 1986)

"DER CLUB DER TOTEN DICHTER"

"Dieser ohnehin schon wunderbare Film erhält durch die unglaublich passende Synchronisation von Joachim Kunzendorf noch einen zusätzlichen Glanz!"


13. Serienklassiker

“MÄNNERWIRTSCHAFT“ (1970-75)

"Zwei sehr unterschiedliche geschiedene Männer, Oscar Madison und Felix Unger, leben in einer WG zusammen. Eigentlich können sie sich nicht leiden, aber dann helfen sie sich doch immer wieder gegenseitig. Jack Klugman (Arnold Marquis) und Tony Randall (Rainer Brandt) spielen ihre Rollen total überzeugend. Auch die Nebenrollen mit der späteren Regisseurin Penny Marshall in der Rolle der dämlichen Sekretärin Myrna (Gisela Fritsch) und dem trotteligen Polizisten Murray (Al Molinaro, auf Deutsch Martin Hirthe) runden die herausragend im Brandt/Brunnemann-Stil synchronisierte Serie hervorragend ab. Sie beruht auf einem Stück von Neil Simon und spielt in New York City."

"Diese Serie wurde, wie auch mein Erstvorschlag, von Rainer Brandt eingedeutscht, wobei mir ehrlich gesagt die Folgen aus den 1970ern noch besser gefallen als die, die in den 1980ern synchronisiert wurden. Die Dialoge sind gut gemacht, haben die typisch Brandtschen Redewendungen und Kalauer ("Das haut mich vom Pferd") und die Stimmen passen wunderbar (Rainer Brandt und Arnold Marquis kommen gut an die Originalstimmen der Protagonisten heran).
Kurzgesagt: Eine Serie, die auch heutzutage immer noch für Unterhaltung sorgt."


14. Zeichentrickklassiker

„DAS LETZTE EINHORN“

"Die deutsche Fassung dieses bezaubernden Fantasy-Films wartet mit einer ungewöhnlichen, sehr einprägsamen Sprecherliste auf, in der Stars wie Christopher Lee oder Frank Zander erste Promi-Besetzung vorwegnehmen, sich aber auf faszinierende Weise mit den Stimmen von Traudel Haas oder Tilly Lauenstein zu einem originellen Ganzen vermengen."

 


15. Lebenswerk Synchronschauspieler

FRIEDRICH SCHOENFELDER

Foto: Elisabeth von Glasenapp

"Der große Meister der Synchronisation ist ein Urgestein, das auch im hohen Alter noch zu Höchstleistungen fähig und bislang in dieser Rubrik unverständlicherweise vernachlässigt worden ist."

"Seit 50 Jahren ist er nun im Synchrongeschäft tätig und erfreut uns immer wieder mit seiner Stimme. Wirklich sehr schön, dass er mit seinen nun schon 90 Jahren immer noch dabei ist."

"Er ist im Jahr 2006 90 Jahre alt geworden und hat in über 50 Jahren immer erstklassige Arbeit abgeliefert."

 

Friedrich Schoenfelder hatte Elisabeth von Glasenapp freundlicherweise zu sich eingeladen, wo sie dann Gelegenheit hatte, ihm den Preis zu überreichen.

"Er hat sich über die Auszeichnung sehr gefreut. Erst kürzlich von Dreharbeiten für "In aller Freundschaft" zurück, freute er sich über die Anerkennung für seine Arbeit. Leider bekäme er nicht mehr so viele Rollen im Synchron, da viele "seiner" früheren Schauspieler verstorben seien und man ihn wohl für manche Rolle für zu alt halte, obwohl er ja viel jünger klingt (er ist über 90 und noch sehr fit). Kürzlich hat er für die BSG den Erzählpart in der ersten Staffel der englischen Comedy-Serie "Little Britain" übernommen, die ja noch fortgesetzt wird."


16. Lebenswerk Synchronschauspielerin

RENATE KÜSTER

"Es ist schwer, eine Wahl zu treffen, aber Renate Küster ist diesmal meine Votierung. Sie hat Jane Fonda synchronisiert, aber vor allem auch die Französin Stéphane Audran. Dank ihrer tollen Stimme wurden die Chabrol-Filme aufgewertet. .Sie klang immer unaufdringlich erotisch. Aber sie hat das gewisse Etwas in der Stimme, das sie immer wieder hörenswert macht."

Telefonisch hat Elisabeth v. Glasenapp Renate Küster über ihre Auszeichnung informiert.

Sie zeigte sich sehr erfreut über die Auszeichnung. Als Elisabeth das Bedauern vieler zum Ausdruck brachte, dass sie nicht mehr im Bereich der Synchronisation tätig sei, erzählte Frau Küster, dass sie vor ca. 10 Jahren Charlotte Rampling sprechen sollte und sie sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Jürgen Thormann (Michael Caine) freute. Als sie nach München ins Studio kam, musste sie enttäuscht feststellen, dass Thormann schon längst wieder in Berlin war, weil ge-ixt worden war. Da sie dank ihres Mannes nicht zwingend auf Arbeit angewiesen war, zog sie an diesem Punkt den Schlussstrich .


 

17. Synchronschauspielerin - in memoriam

ELISABETH VOLKMANN 

"Eine grandiose Sprecherin, die einem immer im Gedächtnis bleiben wird."

 


18. Synchronschauspieler - in memoriam

ACHIM HÖPPNER

"In den vielen Jahren seiner beruflichen Schaffens gelang es Joachim Höppner auf wunderbare Art und Weise, die von ihm verkörperten Rollen in Film, Hörspiel und Fernsehen lebendig zu machen! Auch viele TV-Dokumentationen und –beiträge wurden durch seine Stimme für mich und viele andere zu einem Erlebnis !"

"Manche mögen den kürzlich Verstorbenen erst in den letzten paar Jahren wahrgenommen haben (als "Gandalf" oder Clint Eastwood), doch er war Jahrzehnte "im Geschäft": als Synchronsprecher, als Off-Sprecher, als Hörspielsprecher. Seine markante, eingängige Stimme war "akkurat": Höppner verstand es, "deutlich" und "kunstvoll" wie "schnörkellos" zu sprechen und die Palette von "freundlich" bis "feindlich", von "seriös" bis "kriminell", von "väterlich" bis "despotisch" abzudecken (amüsant ist der Vergleich zwischen dem einen von zwei Offizieren, den er im Hörspiel "Per Anhalter ins All" sprach, und dem anderen der beiden, den er in der TV-Version "Per Anhalter durch die Galaxis" sprach). Kurz: Joachim Höppner war ein Sprecher, der sprechen (und schauspielern) konnte. Einer, dem man gern zuhörte und den man vermissen wird."

"Ein unvergleichlicher Sprecher, der einem immer im Gedächtnis bleiben wird."

"Aus immer noch recht aktuellem Anlass - er war eine Größe, nicht nur der Münchner Branche. Auf Jon Voight, Ian McKellen und Clint Eastwood hat er in den letzten Jahren viel geleistet, zumal gerade die Nachfolge von Klaus Kindler auf Eastwood sicher nicht einfach war."