Die Silhouette – „In Memoriam" 

 

 

"Noch nie ist geschehen,

 daß jemand mich sah.

Du kannst mich nicht sehen,

Und doch bin ich da."


„Bist du einfach unsichtbar,

oder körperlos sogar?"

 
 „Ja und nein und beides nicht,

so wie du es meinst.

Ich erscheine nicht im Licht,

so wie du erscheinst.

 
Denn mein Leib sind Klang und Ton,

hörbar nur allein,

diese Stimme selber schon

ist mein ganzes Sein."


( Michael Ende, Die unendliche Geschichte )

 

 

So wie die Uyulála aus Michael Endes "Unendlicher Geschichte" scheinen auch Synchronschauspielerinnen und - spieler für viele Kinogänger und Fernsehzuschauer nur aus einer Stimme zu bestehen, da diese oft weitaus bekannter sind als das jeweilige Gesicht, das sich dahinter verbirgt. Bei vielen Künstlern der Branche ergeben sich nur begrenzt Möglichkeiten, sie als Schauspieler zu erleben. Mögen Wolfgang Völz oder Christian Brückner vielen Zuschauern auch bildlich ein begriff sein, so gibt es doch viele, bei denen der künstlerische Schwerpunkt ihrer Arbeit neben der Synchronisation fast ausschließlich auf der Bühne liegt und deren Film - und Fernsehauftritte - wenn überhaupt - rar sind.

Mag es auch viele populäre Film - und Fernsehrollen von Synchronschauspielerinnen und - schauspielern wie Tilly Lauenstein, Gert Günther Hoffmann oder Holger Hagen geben, so spiegeln diese noch lange nicht die Fülle der gespielten Synchronrollen wider – um wie vieles mehr gilt das für solche wie Edgar Ott, Ursula Krieg, Rosemarie Kirstein oder Curt Ackermann? Damit diese und viele andere nicht das Los der Uyulála teilen müssen, möchten wir mit dem „Silhouette – In Memoriam" gezielt an verstorbene Synchronschaffende und ihre schauspielerische Arbeit erinnern.

 

Während der Bekanntheitsgrad großer Kinostars und Fernsehschauspieler auch lange nach ihrem Tode noch durch zahlreiche Fernseh-Wiederholungen und DVD-Veröffentlichungen nahezu ungebrochen ist, bleibt von den Synchronschauspielern oft nur „Klang und Ton", sodass sie gleich der Uyulála allenfalls als „diese Stimme selber schon" in der Erinnerung weiterleben. 

 

 

 

Verfasser: Ilja Kuschke